„Ernte deine Stadt“ in Bad Oldesloe präsentiert Anja Banzhaf „Wer die Saat hat, hat das Sagen“

Stadtbibliothek Bad Oldesloe/KuB

„Ernte Deine Stadt“, die 2017 mit dem Green Library Award der IFLA ausgezeichnete Veranstaltungsreihe, steht auch in diesem Jahr wieder für ein vielfältiges Programm rund um regionale Lebensmittel und Nachhaltigkeit.

Am 6. und 7. Oktober 2017 laden die Stadtbibliothek und das Kultur- und Bildungszentrum (KuB) zusammen mit zahlreichen lokalen Initiativen und Einrichtungen zur diesjährigen Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Ernte Deine Stadt“ ein.

Zum Auftakt gibt es am Freitag, den 6.10.2017 um 19:00 Uhr in der Stadtbibliothek den Vortrag „Wer die Saat hat, hat das Sagen“ von Anja Banzhaf mit anschließender Diskussion.

Am Samstag, den 7.10.2017 gibt es dann zwischen 11:00-15:00 Uhr vielfältige Aktivitäten im und vorm KuB unter anderem verschenkt die Foodsharing-Gruppe Bad Oldesloe gerettete Lebensmittel, es wird über Bienen und Honig informiert, Kräuterwanderungen und Radtouren starten vom KuB aus und für Kinder gibt es Bastelangebote.

Kultur- und Bildungszentrum: http://kub-badoldesloe.de/das-kub.html 
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Bohnen-Atlas verzeichnet über 152 verschiedene Bohnensorten

Bohnenvielfalt – CC 0 by starlight via pixabay

Zwei große Sammlungen unterschiedlichster Bohnensorten sollen in diesem Jahr bei einer großen Bohnenvermehrungsaktion des VEN 2017 aktiviert und in die Vermehrungszucht gegeben werden. Wer Interesse hat und die Verantwortung für eine Bohnensorte übernehmen möchte, kann sich direkt beim VEN unter sorten@nutzpflanzenvielfalt.de melden.

Eine dieser Sammlungen ist vom VEN-Nord-Mitglied Cordula Metzger.

Sie hat auf dem 5. Hamburger Pflanzenmarkt 152 verschiedene Bohnensorten ihrer „Bohnenschatzkiste“ vorgestellt. Cordula Metzger sammelt und katalogisiert Bohnensorten aus aller Welt. Im Internet hat sie ihre Informationen im Bohnen-Atlas http://www.bohnen-atlas.de/startseite zusammengestellt. Man kann sich auch auf ihrer Seite registrieren und selbst bei der Erweiterung der Sammlung im Bohnen-Atlas mithelfen. Dort kann nach verschiedenen Kriterien und Merkmalen in der Vielfalt der Bohnen recherchiert werden. Auf ihrem Blog http://bohnen-atlas.blogspot.de/ berichtet sie laufend über ihre Bemühungen, für die Bohnen in der Öffentlichkeit neue FreundInnen zu gewinnen.

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Garten der Zukunft: Solidarische Landwirtschaft in Freiburg

Bild unter creative commons cc-by-sa CC BY SA cine rebelde

Im Raum Freiburg in der Rheinebene haben sich engagierte Menschen zusammengefunden, die 2011 eine kooperative und solidarische Form der Landwirtschaft gründen wollten. Sie wollen Produktionsmittel und Wissen kollektivieren und damit eine neue Form der Unabhängigkeit von den bestehenden Handels- und Produktionsmechanismen zu schaffen. Solidarische Landwirtschaft lebt davon, dass die Kunden sich bereits im Vorfeld entscheiden, das Gemüse abzunehmen, das dann von der Kooperative produziert wird. Dadurch wird der finanzielle Haushalt von allen gemeinsam durch einen Jahresbeitrag getragen – einschließlich der Lebenshaltungskosten derjenigen, die in der Produktion des Gemüses arbeiten. Der Jahresbeitrag sichert, dass die Landwirtschaft funktioniert, es wird nicht für das einzelne Produkt gezahlt. Solidarisch heißt in diesem Falle aber auch: Jede/r bestimmt selbst die Höhe des Jahresbeitrages – so können auch Menschen mit schwachem Einkommen von den biologisch produzierten Nahrungsmitteln profitieren. Die Mithilfe der einzelnen Mitglieder ist ein wesentlicher Teil der Bildungsarbeit der Kooperative – beim Jäten genauso, wie bei der Ernte.

Der Film „Die Strategie der krummen Gurken“ (2013) fasst den Entstehungsprozess der Freiburger Kooperative „Garten der Zukunft“ zusammen: http://www.gartencoop.org/tunsel/film
(Bild aus dem Film unter
creative commons cc-by-sa CC BY SA cine rebelde)

Wer mehr über solidarische Landwirtschaft erfahren möchte oder einen Hof in seiner Nähe sucht, findet weitere Infos hier: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/de/startseite/

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Gemüse genau im Blick: Beobachtungsbögen und Merkmalsprüfungen

Um alte Gemüsesorten weitervermehren zu können, muss man eine genaue Beschreibung der Sorte vorliegen haben, die Pflanzen genau beobachten und dann entsprechend den Merkmalen der Sorte auswählen. Das erfordert doch einen kleinen Exkurs in die Vererbungslehre und in die „Wissenschaft“ der Beschreibung von Sorten.

Eine wunderbare Einführung in dieses Thema bietet die Broschüre „Leitfaden zur On-farm Erhaltung alter Gemüsesorten“, die gemeinsam von HU Berlin und VERN (dem ostdeutschen Schwesterverband des VEN) herausgegeben worden ist. Neben einem Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten der Vermehrung stellt die Broschüre auch vor, nach welchen Kriterien und Merkmalen (sogenannten Bonituren) die Sorten beurteilt werden können. Für einige Gemüsesorten gibt es sogar genauere Anleitungen (z.B. für Salat, Erbsen, Buschbohnen, Radieschen, Rettich, Möhren, Mairüben, Herbstrüben und Wirsingkohl).
Ergänzt werden diese Informationen durch genaue Anleitungen für die Saatguternte, Trocknung und Aufbereitung. Sehr praktisch und super erklärt. Absolut empfehlenswerte Lektüre!
Die Broschüren (erstellt für den eLearning-Bereich der HU Berlin) können unter

https://www.agrar.hu-berlin.de/de/institut/departments/dntw/oekophysiologie/e_lerning/Saatvermehrung

und

https://www.agrar.hu-berlin.de/de/institut/departments/dntw/oekophysiologie/e_lerning/SaatQual

heruntergeladen werden.

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Saatgut-Tauschkiste reist durch den Norden

Saatgut-Tauschkiste c K. Reckling-Freitag

Die Saatgut-Tauschkiste reist zur Zeit durch den Norden Deutschlands. VEN-Mitglieder schicken sich diese Kiste mit Saatgut, aus der Jede/r soviel Saatgut entnehmen darf, wie er/ sie möchte bzw. braucht. Eigenes Saatgut alter Gemüsesorten aus der eigenen Vermehrung oder das in diesem Jahr nicht angebaut oder benötigt wird, ergänzt den Inhalt der Kiste dann wieder.

So nimmt die Tauschkiste ihren Weg für mehr Vielfalt in den Gärten.
Wir wollen die Macht über das Saatgut nicht den Großkonzernen überlassen. Die Saatgutweitergabe ist seit Menschengedenken in der Hand von Bäuerinnen und Gärtnern. Saatgut wird in der Nachbarschaft von einem zum nächsten weitergegeben und getauscht. So ist eine schier unendliche regionale Vielfalt mit speziellen Lokalsorten entstanden. Es ist höchste Zeit, dass wir die robusten, angepassten Gemüse-Sorten erhalten, vermehren, pflegen und weitergeben.
Wenn die genetische Bandbreite schwindet, sind unsere Kulturen weitaus anfälliger gegen Schädlinge und Umwelteinflüsse – mit einer breiten Palette an Genen haben Pflanzen größere Chancen, sich anzupassen.

Unser Saatgut soll gesund und lebensfähig bleiben. Und das geht nur an vielen Orten in vielen Gärten!
(Danke an Hanni für die Textgrundlage)

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Wer die Saat hat, hat das Sagen – Webinaraufzeichnung eines Vortrages mit Anja Banzhaf

Wie kann es sein, dass Saatgut als rechtswidrig angesehen und zerstört wird? Wie kann es sein, dass Bauern, die ihr eigenes Saatgut aufheben und weiter anbauen als Kriminelle eingestuft werden?

Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Gärtnerin und Saatgutaktivistin Anja Banzhaf in ihrem Buch „Wer die Saat hat, hat das Sagen“ nach. In dieser Webinaraufzeichnung informiert sie über die rechtlichen und politischen sowie die kommerziellen Hintergründe, warum und auf welchem Wege die Kette von „Pflanzen anbauen – Saatgut gewinnen – Saatgut wieder anbauen“ von den großen Konzernen wie Monsanto (jetzt Bayer) angegriffen und durchbrochen wird. In Europa werden 75 % des Maissaatgutmarktes und 95 % des Gemüsesaatgutmarktes von nur 5 Unternehmen kontrolliert! So wird aus einem bäuerlichen Gut, dass eigentlich der Allgemeinheit gehört, eine Ware gemacht, mit der die großen Konzerne Geld verdienen wollen.

Webinarvortrag unter: https://www.youtube.com/watch?v=Iv3qOHBk0Z0

Interview vom WDR unter: http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/anja-banzhaf-100.html

Banzhaf, Anja: Wer die Saat hat, hat das Sagen. –
München: Oekom Verlag 2016. – ISBN 978-3865817815, 19,95 €

Weitere Informationen unter www.oekom-verein.de

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Saatgutgewinnung – kurz erklärt

Saatgutgewinnung bei Pastinaken

Saatgutgewinnung bei Pastinaken

Eigenes Saatgut gewinnen ist gar nicht so einfach: Bei jeder Pflanze muss darauf geachtet werden, dass sie sich nicht mit anderen kreuzt (wer kann mit wem und wer nicht?). Es sollte nach bestimmten Auswahlkriterien vorgegangen werden, um definierte Sortenmerkmale zu erhalten oder ein bestimmtes Zuchtziel zu erreichen.

Eine leicht verständliche erste Online-Einführung in die Grundlagen der Samengewinnung, Bestäubungsbiologie und der Sortenselektion hat Steve Schwarz auf der Seite http://www.kraizschouschteschgaart.info/www.kraizschouschteschgaart.info_startseite_index.html zusammengestellt. Steve Schwarz ist gelernter Gärtnermeister u.a. mit dem Fachgebiet Gemüseanbau.

„Kraizschouschteschgaart“ ist ein privater Gemüsegarten in Leudelange (Luxembourg), der auf einem historischen Bauernhof einem Vielfalts-Garten Raum bietet. Ziele sind unter anderem: Der Erhalt alter Gemüsesorten, die Öffentlichkeitsarbeit für die Problematiken von Hybridsorten und die Forderung nach Patent-freiem Saatgut für alle.

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